Wie kann ich mich konzentrieren? Warum kann ich mich nicht konzentrieren? Was fördert meine Konzentration? Kann man lernen sich zu konzentrieren? Auf all diese Fragen versucht dieser Artikel zum Thema "Konzentration und Lernen: Konzentration kann man lernen" Antworten zu geben.
Konzentration ist die Fähigkeit, seine gesamte Aufmerksamkeit auf etwas zu richten.
Sicherlich kennen Sie die Situation, dass Sie völlig in eine Sache vertieft sind und gar nicht mitbekommen, dass jemand nach Ihnen ruft oder das Telefon klingt. Grund für dieses „völlige Abschalten" kann ein interessanter oder spannender Film sein oder aber Buch.
Aber sicher kennen Sie auch die Situation, dass Sie sich für eine Prüfung vorbereiten möchten aber es einfach nicht schaffen, „dabei zu bleiben". Sie greifen zum Telefon statt zum Lehrbuch, lesen die Zeitung statt Ihrer Aufzeichnungen und saugen die Wohnung statt Ihren Lerntag zu planen. Man kann sich einfach nicht konzentrieren, alles andere, meinst viel Unwichtigere rückt plötzlich in den Vordergrund. Selbst Tätigkeiten die man sonst meidet (z.B. Hausarbeit) sind jetzt beliebter.
Wovon hängt unsere Konzentration ab?
Die Konzentration wechselt meist mit der Tätigkeit. Außerdem ist die Konzentration abhängig von der persönlichen Tagesform.
Konzentration ist keine Eigenschaft die immer und jederzeit vorhanden ist, sondern eine Fähigkeit, die in besonderem Maße von der Situation abhängt.
Natürlich bestimmt auch das Interesse an der Sache die Konzentrationsfähigkeit.
Die Fähigkeit seine Aufmerksamkeit auf eine Sache zu auszurichten hängt von den folgenden Faktoren ab:
- Vom Thema / von der Sache: Ist das Thema / die Sache für mich interessant oder eher eine (lästige) Pflichtaufgabe?
- Von Ihrer aktuellen Stimmung: Fühlen Sie sich wohl? Sind Sie unruhig? Haben Sie Ängste und Sorgen?
- Von Ihrem Können / Ihren Fähigkeiten: Macht Ihnen die Aufgabe Spaß und entspricht Sie Ihren Fähigkeiten?
- Von Ihrer Umgebung: Was ist gerade um Sie herum „geboten"? Ist das möglicherweise entspannender oder interessanter?
Die Konzentration ist immer von den inneren und den äußeren Rahmenbedingungen abhängig. Diese Einflüsse bestimmen unsere Konzentrationsfähigkeit mehr als organische oder genetische Faktoren.
Wie lange kann man sich konzentrieren?
Die Dauer für die sich ein Kind mit einer Sache konzentriert beschäftigen kann, hängt von den bereits angesprochenen Faktoren, aber auch vom Alter ab.
Die Ausrichtung der Aufmerksamkeit ist ein aktiver Steuerungsprozess (im Gegensatz zum Träumen oder Schlafen) und diese Steuerung erfordert viel Energie.
Untersuchungen haben ergeben, dass die Zeit, in der Kinder Ihre Aufmerksamkeit voll ausrichten können, recht gering ist:
5-7 Jahre: bis 15 Minuten
7-10 Jahre: bis 20 Minuten
10-12 Jahre: bis 25 Minuten
12-16 Jahre: ca. 30 Minuten
Erwachsene verfügen über eine Konzentrationsphase von ca. 90 Minuten. Das heißt, die 45/90 Minuten Takt der Schule entspricht eher der Konzentrationsfähigkeit der Lehrer als der der Kinder.
Wir alle bringen die Grundfähigkeit zur Aufmerksamkeitsausrichtung mit auf die Welt, die Intensität und Dauer ist jedoch ein langfristiger Lern- und Reifungsprozess.
Wichtig ist es, die Phasen die eine hohe Konzentration und weniger hohe Konzentration erfordern, in einem Gleichgewicht zu halten. Wichtig ist auch, während dessen immer viel zu trinken. Unser Gehirn braucht Zucker und Sauerstoff um zu arbeiten. Jedoch kann unser Körper nur Glucose (Einfachzucker) verarbeiten. Glucose ist in Obst und Gemüse zu finden. Der normale Haushaltszucker und Süßigkeiten hingegen sind dem Aufbau der Konzentration abträglich.
Wenn Sie sich verstärkt konzentrieren möchten oder aber Ihre Konzentrationsfähigkeit steigern möchten achten Sie darauf, wie Sie sich ernähren. Essen Sie vor oder während des Lernens z.B. Äpfel, Weintrauben, Bananen und Rosinen. Vermeiden Sie Limonaden und Süßigkeiten. Auch, wenn Süßigkeiten oft zum „Frustessen" in besonders stressigen Lernzeiten oder z.B. Master,- oder Diplomarbeits,- oder Promotionszeiten, sehr beliebt sind. Machen Sie aus dem „Frustessen" ein „Fruchtessen" und Sie profitieren wirklich von dem, was Sie zu sich nehmen.
Achten Sie auch darauf, dass Sie sich zwischendurch bewegen. Denn so schaltet ihr Großhirn die Denkzentrale „auf Sparflamme" wodurch komplexe hormonelle und chemische Prozesse in Gang gesetzt werden: Sie atmen schneller und nehmen mehr Sauerstoff auf, der Stoffwechsel wird angeregt. Bewegung sorgt dafür, dass die „Batterien Ihres Gehirns" wieder aufgeladen werden.
Wie funktioniert Konzentration?
- visuelle Ablenkungen: das Fenster, die ungelesene Tageszeitung, Kommilitonen die im gleichen Raum arbeiten
- akustische Ablenkungen: das klingelnde Telefon, Lärm von der Straße, die Mitbewohner
- innere Ablenkungen: Druck und Anspannung, unangenehme Gedanken und Gefühle, Ärger mit Freunden / Familie / Mitbewohnern
Um sich gut konzentrieren zu können, brauchen Sie Ruhe. Doch nicht nur die Ohren brauchen Ruhe, sondern auch die Augen und die Seele brauchen Ruhe.
Wie lernen ich mich zu konzentrieren?
Der eigentliche Lernprozess in der Entwicklung der Konzentrationsfähigkeit besteht darin, das aktive bewusste Ausschalten der verschiedenen und vielfältigen Umweltreize zu erlernen.
Hier leisten Entspannungstechniken (Progressive Muskelentspannung, Atembeobachtung, Autogenes Training, Meditation...) vortreffliche Dienste.



