Sie haben Schwierigkeiten, sich beim Lesen zu konzentrieren? Schweifen ständig mit den Gedanken ab? Manchmal stellen Sie fest, dass Sie besser lernen können, wenn es Nebengeräusche gibt? Vielleicht, wenn der Fernseher läuft? Lesen Sie hier, warum das so ist.
Ergebnisse der Wissenschaft zeigen, dass ein Mensch mit einer Geschwindigkeit von mindestens 600 Wörtern pro Minute (wpm) denkt. Die durchschnittliche Sprechgeschwindigkeit hingegen beträgt 150 Wörtern pro Minute.
Konzentrationsschwierigkeiten bei Vorträgen?
Vor allem, wenn das Thema nicht interessant ist und man seine brachliegende geistige Kapazität nicht dafür nutzt, das Gehörte aktiv zu hinterfragen oder auf seinen Lebensbereich zu übertragen, haben wir Schwierigkeiten einem Vortrag mit unserer vollen Aufmerksamkeit zu folgen.
„Warum kann ich mich nicht auf den Vortrag konzentrieren?" Stellen Sie sich diese Frage häufiger? Nun können Sie sich diese Frage beantworten und laufen nicht Gefahr sich selbst dafür zu verurteilen und aufgrund negativer Selbstgespräche noch weniger vom Vortrag mitzubekommen.
Die Neurowissenschaften liefern eine weitere interessante Zahl: 126 neurologischen Bits.
Hierbei handelt es sich um die Informationsmenge, die unser Bewusstsein in einer Sekunde verarbeitet. Unser Unterbewusstsein hingegen verarbeitet mehrere Milliarden neurologischer Bits pro Sekunde. Bei einer herkömmlichen Lesegeschwindigkeit von 200 Wörtern pro Minute werden jedoch gemäß den Untersuchungen nur ca. 40 Bits pro Sekunde beansprucht. Die restlichen ca. 80 Bits stehen somit für ablenkende Gedanken zur Verfügung.
Das bedeutet, dass Sie genügend Ressourcen frei haben, um sich während des Lesens in Selbstgespräche zu verwickeln. Leider sind diese Selbstgespräche vor allem während des Lernens selten positiver Art sondern klingen eher so: „Das kann doch niemand verstehen!", „Alle anderen verstehen das viel schneller als ich!", „Warum muss gerade ich bei diesem schönen Wetter lernen?"
Diesem Problem, den ablenkenden Gedanken, kann man mit der richtigen Lesetechnik, dem Speed Reading (Visual Reading) entgegentreten.
Lernen vor dem Fernseher?
Es gibt Menschen, die lernen lieber bei laufendem Fernseher als in einer Bibliothek. Natürlich ist dies schädlich für die Konzentration. Doch wenn mangels Aktivität beim Lesen (vergleiche Artikel "Die Problematik des Wort für Wort lesens".) sowieso 70 Prozent unserer Ressourcen frei sind, kann man diese besser durch den Fernseher ausfüllen lassen als durch negative Selbstgespräche.
Wenn man Menschen, die auf diese Weise lernen, dann befragt warum sie diese Art zu lernen bevorzugt wird häufig geantwortet, dass sie so das Gefühl haben „am allgemeinen Leben" teilzuhaben.



