Nur ganz wenige Menschen sind mit einem fotografischen Gedächtnis gesegnet. Allen anderen 99,99 % bleibt daher nichts anderes übrig, als Lerninhalte regelmäßig zu wiederholen.
Zum wissenschaftlichen und lerntheoretischen Hintergrund von BrainYoo
von Stephan Pötters
1. Lerntechnik Karteikasten
Nur ganz wenige Menschen sind mit einem fotografischen Gedächtnis gesegnet. Allen anderen 99,99 % bleibt daher nichts anderes übrig, als Lerninhalte regelmäßig zu wiederholen.
Die übliche Vergessenskurve (nach Ebbinghaus) eines Menschen sieht regelmäßig so aus, dass bereits nach 20 Minuten nur noch 60 % des Gelernten reproduziert werden können. Nach einem Tag sind schon fast 70 % wieder vergessen.
Daher ist ein regelmäßiges Wiederholen der Lerninhalte in sukzessiv länger werdenden Zeitabständen unverzichtbar. In der Regel ist der Lernstoff nach fünf bis sechs Wiederholungen im Langzeitgedächtnis verankert. Daher haben viele der neuen Papierkarteikästen fünf oder sechs Fächer. Die Paperikarteikästen arbeiten in der Regel mit der sog. zeitbasierten Methode, auch spaced-retrieval-Methode genannt: Mit jeder korrekten Antwort wandert die Karteikarte ein Fach weiter. Die Fächer werden fortschreitend größer, damit die Wiederholungsabstände auch entsprechend länger sind. Ist eine Antwort falsch, wird die Karteikarte wieder im vordersten Fach einsortiert.
Diese Methode ist auch die Grundlage für die Lernsoftware BrainYoo. Diese besteht aus sechs virtuellen Fächern eines Karteikastens. Die Karten werden bei erfolgreicher Beantwortung erst nach immer länger werdenden Zeitabstunden auf Wiedervorlage gelegt. Die Zeitabstände sind an die Vergessenskurve angepasst. Ein großer Vorteil gegenüber dem Papierkarteikasten ist, dass auch Teilgebiete zielgenau gelernt werden können, ohne dass der gesamte Karteikarten in seinem Bestand neu sortiert werden muss.
2. Strukturiertes Lernen - damit Sie trotz vieler Bäume noch den Wald sehen!
Eine wichtige Erkenntnis der Lernforschung ist, dass nur ein strukturiertes Lernen mit einem ständigen Blick auf das „Gesamtsystem" hinter den spezifischen Lerninhalten auf Dauer erfolgreich ist. Viele lernen sinnlos aneinandergereihte Detailprobleme und verlieren dabei schnell den Überblick. Wer hingegen von Anfang an „vernetzt" lernt, wird nicht nur kurzfristig erfolgreicher lernen, sondern vor allem auch langfristig die Effizienz beim Lernen steigern und wichtige Verknüpfungen im Gedächtnis herstellen.
Ein Beispiel: Ein vorlesungsbegleitendes Skript oder Lehrbuch verinnerlicht man am Besten, indem man sich erst intensiv mit dem Inhaltsverzeichnis und den einzelnen Unterthemen auseinandersetzt. Erst wenn man das grobe Gerüst vor Augen hat, sollte man mit der Vertiefung und dem Lernen von Spezialproblemen beginnen, sodass man dabei stets den Standpunkt im Gesamtsystem kennt. Nur auf diese Weise kann man umfangreiche Lerninhalte in ihrer Gesamtheit dauerhaft erfassen und in ein vernetztes System im Gedächtnis einordnen.
Diese Erkenntnis hat die Lernsoftware BrainYoo konsequent umgesetzt. Bei BrainYoo gibt es nicht einfach nur einen riesigen und unübersichtlichen Pool an Karteikarten, sondern übersichtliche und fein strukturierte Gliederungsmöglichkeiten. Sie können die einzelnen Karteikarten Kategorien, Lektionen, Sublektionen, Sub-Sublektionen usw. zuweisen, sodass der Lernstoff sich in ein Gesamtsystem bringen lässt und ein „vernetztes" Lernen ermöglicht wird.
3. Sprechen Sie möglichst viele Sinneskanäle an
Das menschliche Gehirn hat viele Zugänge und jeder Lerntyp ist anders. Manche lernen am besten, wenn Sie sich etwas verbildlichen, andere arbeiten gut mit sog. Mind Maps und wieder andere benötigen vielleicht ein kurzes Hörbeispiel. Mit BrainYoo können Karteikarten multimedial gestaltet werden, so dass sie möglichst viele Sinne ansprechen und sich so mehrere Zugangswege zum Lernstoff eröffnen. Auch durch die üblichen Editierfunktionen eines Computers (Fett, Kursiv, Unterstreichungen, Aufzählungen, Farben etc.) lassen sich die virtuellen Karteikarten übersichtlicher und vielseitiger gestalten als normale Papierkarteikarten. Viele Gedächtnisweltmeister arbeiten mit bildlichen Geschichten, um möglichst schnell bestimmte Zahlenfolgen oder Ähnliches zu memorisieren. Solche Techniken kann jeder nutzen. Durch die Verknüpfung von visuellen und auditiven Elementen übertragen Sie die Lerninhalte schneller und dauerhaft ins Langzeitgedächtnis.
4. Lernen mit der Mnemotechnik
„Die Mnemotechnik entwickelt Merkhilfen (Eselsbrücken), zum Beispiel als Merksatz, Reim, Schema oder Grafik. Neben kleinen Merkhilfen gehören zu den Mnemotechniken aber auch komplexe Systeme, mit deren Hilfe man sich an ganze Bücher, Listen mit tausenden von Wörtern oder tausendstellige Zahlen sicher erinnern kann."
(aus: Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Mnemotechnik)
Unter dem Begriff der Mnemotechnik lassen sich wiederum zahlreiche der bereits oben genannten Erkenntnisse und Lernmethoden fassen, z.B. die Visualisierung des Lernstoffs durch gedankliche Spaziergänge oder bestimmte Bilderreihen. Aber auch jede andere Form von „Eselsbrücken" zählt zu dieser Lernmethode. In der Lernsoftware BrainYoo gibt es daher eine Eselsbrücken-Funktion: Zu jeder Karteikarte kann man neben dem Frage- und dem Antwortfenster auch etwas in das Eselsbrückenfenster eintragen, welches während des Abfragemodus zur Gedächtnisunterstützung ein- und wieder ausgeblendet werden kann.
5. BrainYoo - Eine offene Lernsoftware
Sehr wichtig war uns bei der Entwicklung von BrainYoo, dass wir eine offene Lernsoftware und kein geschlossenes System ohne Kompatibilität mit anderen Programmen oder Dateiformaten dem Lernenden bieten können. So ermöglichen wir dem Lernenden Zeit zu sparen, indem er „im Team" Lerninhalte und Karteikarten erstellen und diese dann mit anderen BrainYoo-Nutzern tauschen kann.
BrainYoo ist in mehrfacher Hinsicht eine offene Software:
- Sie können die selbst erstellten Karteikarten und Lektionen uneingeschränkt mit Freunden und Bekannten tauschen und unterliegen insoweit keinen technischen oder urheberrechtlichen Beschränkungen.
- BrainYoo ist offen für jede Art von Texten, Bild- und Audiodateinen etc. Sie können so bspw. im Internet recherchierte Lerninhalte einfach in Ihre BrainYoo-Karteikarten hineinkopieren.
- Über die CSV-Importfunktion können Sie Excel-Tabellen und Karteikartensätze anderer Lernprogramme importieren, sofern diese als CSV-Datei frei verfügbar sind.
6. Weniger Lernorganisation, mehr Zeit zum Lernen: Sparen Sie Zeit mit der Lernsoftware BrainYoo!
Konzentrieren Sie sich mithilfe der Lernsoftware BrainYoo auf das Wesentliche: das Lernen. Zahlreiche der oben genannten Funktionen sorgen dafür, dass sie möglichst wenig mit dem Sortieren und Ordnen Ihrer Lernmaterialen beschäftigt sind, sondern die knappe Zeit wirklich effizient zum Lernen nutzen können.
Gerade ein normaler Papierkarteikasten hat schon manch einen Lernenden zur Verzweiflung gebracht. Man weiß nie genau, welche Karte man wann das letzte Mal wiederholt hat und wann diese wieder „fällig" ist. Die Lernsoftware BrainYoo legt einem zum richtigen Zeitpunkt die Karteikarte auf Wiedervorlage, man muss sich also nicht noch einen Lernkalender oder detaillierten Lernplan erstellen. Wenn man möchte, kann man die einzelnen Zeitabstände auch selbst definieren und so dem individuellen Lernrhytmus anpassen.
BrainYoo verfügt außerdem über eine Filter-/Suchfunktion: Man kann sekundenschnell und gezielt nach einer bestimmten Karteikarte suchen. So kann man beispielsweise als Jurastudent alle Karteikarten zu einem bestimmten Paragraphen herausfiltern. Bei einer Box mit Papierkarteikarten dauert dies eine halbe Ewigkeit!
Wenn man kurz vor Klausuren noch einmal schnell eine Lektion „en bloc" lernen möchte, kann man den Lernmodus wechseln und eine „sequenzielle Abfrage" starten. Die Software merkt sich gleichwohl alle Positionen von allen einzelnen Karteikarten, sodass die Reise ins Langzeitgedächtnis nicht unterbrochen wird. Gleichwohl können Sie gezielt eine bestimmte Lektion oder Sublektion lernen ohne langwierig wie bei einem Papierkarteikasten alle Karten einzeln heraussuchen zu müssen.



