"Es gibt kein schlechtes Gedächtnis - nur Unterschiede hinsichtlich der Nutzung". Sicherlich haben Sie diese Aussage bereits einmal aufgeschnappt. Dennoch fällt Ihnen vielleicht immer wieder auf, dass Sie Schwierigkeiten haben, sich etwas zu merken. Die Ursache hierfür ist einzig und allein das falsche Abspeichern der Information. Lesen Sie hier, anhand des Gebietes Namen und Gesichter merken, wie Sie Ihre Gedächtnis trainieren um die gewünschten Informationen immer erinnern zu können.
Folgende Situation ist Ihnen sicherlich vertraut: Ihnen begegnet jemand der Sie freundlich grüßt, Sie mit Namen anspricht und sich nach Ihrem Befinden erkundigt. Natürlich grüßen Sie freundlich zurück (ohne den Namen zu nennen), beantworten die Frage und stellen höflicherweise die Gegenfrage bevor sich Ihre Wege wieder trennen. Nun fängt das große Grübeln an: „Wer war das noch einmal?" Oftmals erinnert man sich noch daran wo man die Person kennen gelernt hat. Aber wie war der Name? Schnell kommt es zu negativen Selbstgesprächen:"Namen konnte ich mir noch nie merken, ich habe einfach ein schlechtes Gedächtnis..."
In Umfragen landet der Bereich „Namen und Gesichter merken" immer wieder auf Platz 1 der Gedächtnisprobleme. Oft redet man sich ein, ein schlechtes Gedächtnis zu haben. Doch gibt es ein schlechtes Gewissen an sich gar nicht. Nur nutzen manche Menschen ihr Gedächtnis besser bzw. schlechter als andere.
Bevor es Ihnen möglich ist, einen Namen fest mit dem zugehörigen Gesicht zu verknüpfen, müssen die Namen überhaupt erst einmal richtig aufgenommen werden. Wenn sich Ihnen jemand vorstellt, hören Sie bewusst zu und achten Sie genau auf den Klang, so dass Sie diesen ihm Ohr haben. Wenn Sie sich nicht sicher sind den Namen richtig verstanden zu haben, fragen Sie nochmals nach. Das zeugt übrigens auch von Interesse am Gegenüber. Zudem haben Sie so bereits die 1. Wiederholung des Namens durchlaufen. Um den Namen weitere Mal zu wiederholen, können Sie ihn an passenden Stellen im Gespräch immer wieder einbauen.
Außerdem sollten Sie auf charakteristische Merkmale Ihres Gegenübers achten. Gibt es Gesichtsmerkmale, die ungewöhnlich, seltsam oder gar einzigartig sind? Vielleicht fällt Ihnen etwas an der Form der Nase oder der Ohren oder aber der Lippen auf? Hat Ihr Gegenüber auffällige Augenbrauen? Oder eine auffällige Frisur? Gehen Sie wie ein Karikaturist vor und übertreiben Sie die Merkmale, die Ihnen auffallen.
Sollten Ihnen keine Gesichtsmerkmale auffallen, greifen Sie sich etwas anderes heraus: Eine Krawatte, einen Hut, eine auffällige Kette, eine Brille, einen Bart.... Natürlich ist es möglich, dass sich solche Merkmale bis zum nächsten Treffen ändern. Sie benötigen diese Details jedoch lediglich als ersten „Haken". An diesen können Sie dann weitere Informationen anhängen. Während des Gesprächs werden Sie an diesen Anknüpfungspunkt viele weitere Informationen anhängen. Das könnte das Alter, die Körperhaltung aber auch der Tonfall der Stimme sein.
Nun sollten Sie sich eine klare bildhafte Vorstellung von Namen und Person machen. Es gibt Namen, die direkt ein klares Bild erzeugen z.B., wenn Sie auf eine Frau Hund treffen. Auch bei Berufsbezeichnungen (z.B. Müller, Schneider) liegen die Bilder auf der Hand. Ruft ein Name kein direktes Bild hervor, müssen Sie sich an der Aussprache orientieren. Stellt sich Ihnen eine Frau Röhrdanz vor, so lassen Sie diese Dame vielleicht auf einem Rohr tanzen.
Bei Vornamen sollten Sie kurz überlegen, ob Sie jemanden kennen, der den gleichen trägt. Ob das ein berühmte Persönlichkeit oder aber ein Bekannter ist, spielt keine Rolle. Stellt sich Ihnen jemand mit Boris vor, so drücken Sie diesem gedanklich einen Tennisschläger in die Hand. Jemandem der Michael heißt vielleicht ein Lenkrad.
Möchten Sie sich den Vor- und Zunamen merken, so benötigen Sie mehrere Bilder. Eine Sandra Meier könnte ihre Frühstückseiner mit Sand essen.
Im Laufe der Zeit haben Sie für die häufigsten Namen schnell die passenden Bilder parat.
Wird Ihnen eine Frau Haverkamp mit lockig auffallenden Haaren vorgestellt, denken Sie vielleicht an die Bilder „Hafer" und „Kamm" und stellen sich vor, wie die Dame Hafer statt Haare auf dem Kopf trägt und sich kämmt. Solche merkwürdigen Bilder (=würdig gemerkt zu werden) können Sie nicht vergessen. Setzen Sie Ihren auditiven Lernkanal ein, während Sie das Bild erzeugen und sprechen Sie dazu den Namen „Haverkamp" innerlich mit. So verhindern Sie, die Dame wenige Tage später mit Frau „Haferkamm" anzusprechen. Ihr Gehirn wird mit dem Bild auch den Klang des Namens verknüpfen.
Menschen, die von Natur aus ein gutes Namensgedächtnis haben, durchlaufen diese Schritte unbewusst.
Auf der Homepage der Akademie Grüning finden Sie eine Liste mit den hundert häufigsten Vornamen. Diese können Sie nutzen um sich Gedanken bezüglich der entsprechenden Bilder zu machen.
An dieser Stelle ist es uns wichtig darauf hinzuweisen, dass wir keine Fans von „Taschenspielertricks" sind. Jedoch stellt dieses Training ein wunderbares Training für die Sinne da. Also ein Training, mit dem Sie Ihre Konzentration und auch Ihre Kreativität im Bezug auf das Lernen fördern. Das wiederrum ist Ihnen beim effektiven lernen und arbeiten sehr behilflich. Sehen Sie die beschriebenen Schritte also bitte als Übung im Bereich Training für die Sinne. Unser Ziel ist es, dass Sie das, was Sie lernen müssen (für die Schule, Universität, Ausbildung oder aber im Beruf) effektiv und effizient lernen. Nicht, dass Sie in einer TV-Show auftreten und dadurch verblüffen, dass Sie sich die Namen der Zuschauer o.ä. merken können. Wir wollen aus Ihnen keine Gedächtniskünste machen. Wir möchten Ihnen ermöglichen mit Spaß und Erfolg zu lernen.




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