Gerüche und Lernen: Helfen Gerüche beim Lernen?

Immer wieder hört und liest man davon, dass Gerüche beim Lernen helfen sollen. Doch wie helfen Gerüche beim Lernen? Wie kann man den Geruchssinn als Lernkanal einsetzen um sich besser an das Gelernte zu erinnern? Lesen Sie in diesem Artikel mehr zum Thema "Wie Sie Ihren Geruchssinn für das Lernen nutzen können".

Bei der Erinnerung spielen Gerüche eine große Rolle. Menschen können sich an den Geruch des Kinderzimmers oder ihres Lieblingsstofftiers auch nach vielen Jahren noch erinnern. Unser Geruchsgedächtnis ist oftmals stark mit Gefühlen verknüpft - mit negativen oder mit positiven Gefühlen.


Wenn Sie sich an ein Ereignis erinnern werden verschiedene, für die Sinnenswahrnehmung zuständige Areale im Gehirn aktiviert. Denken Sie vielleicht an ein schönes Abendessen zurück, so werden die Hirnareale für Sehen, Hören, Riechen und Schmecken aktiviert. Das heißt, dass jede Erinnerung an ein Ereignis sich aus verschiedenen Teilen zusammensetzt, die in den verschiedenen sensorischen Arealen des Gehirns gespeichert sind. Der Hippocampus setzt die verschiedenen Gedächtnisbruchstücke zu einem einheitlichen Ganzen zusammen.

Jay Gottfried (University College London) unternahm folgende Versuche: Probanden sahen Objekte und nahmen dazu gleichzeitig einen bestimmten Geruch wahr. Zusätzlich sollten die Testpersonen sich eine Geschichte zwischen diesen beiden Reizen ausdenken. Wenn die Versuchspersonen anschließend die Objekte sahen ohne etwas zu riechen, so fand dennoch eine Aktivierung im Gehirnzentrum der Geruchswahrnehmung statt. Die Erinnerung an ein Ereignis kann daher tatsächlich auch die Gehirnregion für Gerüche aktivieren.


Helfen Gerüche beim Lernen?

Die Antwort lautet: Ja, wir können den Geruchssinn für das Lernen verwenden und erinnern uns dann besser an das Gelernte, wenn wir diesen Lernkanal bewusst einsetzen.


Forschungen haben ergeben, dass Gerüche helfen, das Gelernte besser zu verarbeiten. Und das wiederrum passiert im Schlaf, denn nachts wird das am Tag Erlernte unbewusst wiederholt.

Innerhalb der Forschung nutzen Wissenschaftler den Geruch von Rosenblüten, um bei den Probanden im Schlaf Erinnerungen an Dinge zu wecken, die sie tagsüber bei dem gleichen Duft gelernt hatten. Dadurch wurde das Gedächtnis gestärkt, gaben die Forscher der Universität Lübeck an.

Dass sich Gelerntes im Schlaf verfestigt ist schon lange bekannt. Es sollte nun herausgefunden werden, wie genau das abläuft. Im Test saßen die Probanden in einem mit Rosenduft erfüllten Raum und lernten die Position von 15 Kartenpaaren auf einem Computerbildschirm. Anschließend gingen die Probanden zu Bett. Der Hälfte der Testpersonen wurde in der Nacht, in der Tiefschlafphase, der Blumenduft präsentiert.

Am nächsten Morgen wurde überprüft, wie viele Kartenpaare sich die Testpersonen gemerkt hatten. Obwohl sich keiner der Probanden bewusst war, dass er nachts die Blumen gerochen hatte, erinnerte sich die Rosenduft-Gruppe an 97 Prozent der Bilder, während die Kontrollgruppe nur 85 Prozent wiedererkennen konnte. Das bedeutet, dass die Versuchspersonen die Erinnerung an die Kartenpaare mit diesem Geruch verknüpft haben und dadurch war eine gezielte Reaktivierung möglich.

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