Wie motiviere ich mich zum Lernen?
Eine Frage, die nahezu täglich an uns gerichtet wird. In Seminaren oder auch in der Beratung. Und sicherlich auch eine Frage die Sie sich immer wieder aufs Neue stellen. Vielleicht gelingt es uns mit dem folgenden kleinen Artikel dazu beizutragen, dass Sie sich in Zukunft besser motivieren können. Denn nur ein motiviertes Lernen wird ein erfolgreiches Lernen sein!
Fehlende Motivation beim Lernen ist wie das Vorhaben ohne Schlüssel Auto zu fahren. Es gibt sicherlich Mittel und Wege das Auto dazu zu bringen, das es fährt (also auch ohne Schlüssel) aber es handelt sich nicht um den naheliegensten und angenehmsten Weg (denkt man mal an die Folgen die es haben kann).
Motivation ist der wirksamste Antrieb zum erfolgreichen Lernen.
Neugierde und Interesse sind die besten Voraussetzungen für ein motiviertes und somit erfolgreiches Lernen.
Während der Schullaufbahn, in der Ausbildung oder im Studium muss man sich immer wieder mit Thematiken beschäftigen, die nicht so sehr von persönlichem Interesse sind. Aber meistens, zumindest während der Berufsausbildung oder dem Studium, motiviert das in der Ferne liegende Ziel ungemein: Der erfolgreiche Abschluss oder das Diplom, der erlangte Berufstitel oder auch ein entsprechendes Einkommen. Damit wären wir auch schon beim nächsten verlässlichen Motivationsschub: dem Ziel.
Um motiviert lernen zu können ist es von entscheidender Bedeutung, sich Ziele zu setzen: Zwischen- und Hilfsziele. Wichtig ist, dass diese Ziele realistisch in überschaubaren Zeitabschnitten verwirklichen werden können. Realistisch zu bleiben ist von großer Wichtigkeit. Denn wenn man sich zu viel vornimmt und entsprechend nicht alles erreicht wie geplant, ist man demotiviert und frustriert. Der Plan geht also nach hinten los. Auch kann man sich leicht überfordert fühlen. Nach der Devise „weniger ist mehr" zu handeln (vor allem zu Beginn) ist erfolgversprechender. Aufstocken kann man dann immer noch.
Im Studium ist es ratsam im vorgegebenen Rahmen der Prüfungsordnung den Erwerb der diversen Scheine und die Prüfungen auf den zur Verfügung stehenden Zeitraum zu verteilen. Das richtige Zeitmanagement ist also sehr wichtig. Dieses Vorgehen hat außerdem den Vorteil, dass man das limbische Gehirn „mit ins Boot holt" denn dieses braucht Struktur > Siehe Artikel "Überforderung beim Lernen, keine Motivation? Das limbische Gehirn verstehen und nutzen"
Was motiviert außerdem? Natürlich Erfolgserlebnisse. Denn so stärkt man sein Selbstvertrauen, das Vertrauen in sich selbst und seine Fähigkeiten: z.B. erfolgreich zu lernen und anzuwenden.
Erfolgserlebnisse sammelt man beim Lernen am ehesten, wenn man sein Leistungsvermögen Schritt für Schritt aufbaut. Dabei helfen Struktur und Planung ungemein. Ein Lernplan ist sehr hilfreich (s.o.) und auch ein Plan in dem man sich selbst vorgibt, wie die jeweiligen Lerneinheiten zu sein haben. Selbstkritische Kontrolle unterstützt ebenfalls dabei strukturiert und somit erfolgreich zu lernen. Es wird sicherlich auch Misserfolge geben. Diese sollten realistisch beurteilt, also weder überschätzt noch unterschätzt werden.
Bevor man sich „ans Werk" macht ist es sinnvoll kurz inne zu halten und seine eigene Motivationsstruktur zu überdenken:
Aus welchen Motiven studieren Sie? Warum gerade dieses Fach? Welche Ziele verbinden Sie damit? Gibt es Gebiete in denen Sie Motivationsmangel haben? Wenn ja, was können die Gründe sein? Oftmals ist es hilfreich mit Kommilitonen, die auf dem jeweiligen Gebiet erfolgreicher sind, zu sprechen.
Vielleicht unterstützt es Sie in Ihrem „Problemfach" in einer Gruppe zu arbeiten. Wichtig ist, dass diese Gruppe ein für Sie realistisches Anspruchsniveau hat. Der Vorteil einer Gruppe ist, dass Ihnen diese Rückmeldungen geben kann, zu Erfolgserlebnisse verschafft und sich dadurch Ihr Selbstbewusstsein stärkt. Man lernt außerdem mit Kritik umzugehen, eine unglaublich wichtige Fähigkeit.
Vielleicht unterstützt es Sie, dass Sie sich die folgenden Fragen hin und wieder stellen und sehr ehrlich für sich selbst beantworten.
- Habe ich mir realistische Ziele gesetzt?
- Überschätze oder unterschätze ich meine Fähigkeiten?
- Bewerte ich Misserfolge über?
- Neige ich zu mangelnder Selbsteinschätzung?
- Versuchen Sie gegebenenfalls herauszufinden, warum Sie eine Leistungsanforderung nicht erfüllen konnten:



