Motiviert und mit Freude lernen. So, wie Kinder

Warum fällt das Lernen so schwer? Warum verbinden die wenigsten Menschen mit Lernen Freude und Spaß? Wie kann man sich zum Lernen motivieren? Können wir vielleicht von Kindern lernen? Was passiert plötzlich in der Schule, dass Lernen als unangenehm empfunden wird? Warum fällt es in der Ausbildung und teilweise im Studium dann doch hin und wieder leichter zu lernen als in der Schule?

Zunächst sollte die Frage, was man überhaupt unter lernen versteht, geklärt werden. Handelt es sich nur um das Speichern von Wissensinhalten? Schließlich ist uns ja bewusst, dass dieses Wissen in nur wenigen Jahren völlig überholt ist und das menschliche Faktenwissen zudem immer umfangreicher wird. Oder versteht man unter lernen auch das Erkennen, Begreifen, Erleben und Tun? Das wiederrum würde bedeuten, dass es sich um einen ganzheitlichen, umfassenden, permanenten und vor allem lebenslangen Prozess handelt der zudem alle Sinnesbereiche einschließt. So ist z.B. erwiesen, dass wir 10% von dem behalten, was wir lesen; 20% von dem, was wir hören; 30% von dem, was wir sehen; 50% von dem was wir sehen und hören; 70% wenn wir anderen etwas erlären aber 90% wenn wir es anwenden.


Lernen ist also vielmehr als das Speichern von Faktenwissen.


Kinder lernen optimal, bis sie in die Schule kommen. Kinder lernen instinktiv und völlig aus sich heraus. Das zeigt, dass das Lernen an sich ein selbsttätiger und lustvoller Prozess ist. Solange dieser Prozess eben natürlich verläuft (was in den meisten Fällen leider bedeutet: bis zur Einschulung).


Ein sechsjähriges Kind ist gierig darauf, zu lernen und vor allem auch zu zeigen, was es kann. So lange es sich um einen freiwilligen Prozess handelt und das Kind nicht von Erwachsenen zu Leistungen gedrängt wird (das passiert dann spätestens in der Schule völlig automatisch ohne Absicht der Erwachsenen). Mehr zum Thema "Als Kind lernten Sie perfekt erfahren Sie in diesem Artikel"


In der Schule lernt man als Gemeinschaft. Es geht darum, miteinander zu sprechen, sich mitzuteilen und zuzuhören. Man arbeitet miteinander, man lernt zu kooperieren aber auch Konflikte auszutragen. Man lernt zu verstehen, Methoden anzuwenden. Es geht dort also um mehr als um das Abspeichern von Wissen.


Neueste Untersuchungen belegen, dass die Freude an der Schule nach der Grundschule beständig abnimmt. Ein erheblicher Prozentsatz von Schülern lernt den Stoff einfach auswendig. Die Noten verschlechtern sich in der Sekundarstufe kontinuierlich (die Arbeitszeit der Schüler hingegen steigt kontinuierlich an). Vor allem Schüler der Oberstufe zeigen in viel zu hohem Maß Passivität und Resignation. Diese Punkte belegen, dass die Schule und die Lehrer die Verantwortung, dass das Lernen im umfassenden Sinne gelingen kann, wesentlich trifft.


Es ist wichtig einzusehen, dass das Lernen mit Beziehungen zu tun hat; vor allem mit der Beziehung zwischen Lehrern und Schülern. Lernen ist zutiefst emotional beeinflusst.


Die Kommunikationspsychologie bringt hervor, dass der Beziehungsaspekt der Sachebene immer übergeordnet ist. Das bedeutet, wenn es nicht gelingt, sich in positiver und annehmender Weise auf einander zu beziehen, dann wird es sehr schwer, sachlich etwas zu transportieren. Es liegt vor allem in der Verantwortung der Lehrer, den Lebensraum Schule beziehungsvoll zu gestalten und Lernprozesse so in Gang zu setzen, dass Schüler eigenverantwortlich in der Lage sind, das Verlangte zu bewältigen.

Wenn man nicht weiß, wofür man etwas tut (=Ziel), so macht man es auch nur mit wenig Freude und Motivation. Lernen ohne Motivation ist sinnlos. So sollten Schüler zumindest ansatzweise wissen, wozu und wofür sie das oder jenes lernen sollen. Ein Auszubildender oder ein Student hat schon eher ein Ziel vor Augen, denn schließlich hat er sich auf eine Richtung fokussiert. Ein plumpes Speichern von Wissen ist sinnlos und wird auch bald wieder vergessen. Interessanterweise handeln Erwachsenen nie ohne Motiv und vermeiden - wenn es möglich ist - Tätigkeiten, die sinnlos erscheinen.

Stimmt die schulische Leistung eines Kindes einmal nicht, so fragen Eltern die Lehrer häufig nach ihrer Einschätzung: will mein Kind nicht, oder kann mein Kind es einfach nicht. Wahrscheinlich würde die naheliegenste Antwort lauten, dass das Kind jetzt nicht kann, weil es eben nicht will. Und das bedeutet, dass das Kind nicht ausreichend motiviert ist.

Eltern sollten Ihren Kindern die Chance geben selbstverantwortlich tätig zu werden. Daher sollten Kinder so gut es geht in die Entscheidung über die Schullaufbahn einbezogen werden.

Außerdem sollten so oft es geht konsequente Anreize für das Wollen gesetzt werden und vom ewigen Bestrafungsdenken abgelassen werden.



Eltern haben einen Erfahrungsvorsprung und sollten für gute Rahmenbedingungen hin-sichtlich der Lernorganisation sorgen. So gibt es viele wertvolle Tipps aus der Lernpsychologie, wie z.B. die optimale Lerneinteilung, dass Lernen bedeutet zu wiederholen, wie man mit Stresssituationen in Prüfungen umgeht, etc.

Außerdem sollten gute geistige und körperliche Voraussetzungen geschaffen werden. Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume z.B. zum Spielen oder ganz einfach für sich selbst.

Mehr zum Thema Motivation erfahren Sie in den folgenden Artikeln:

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