Sicherlich haben Sie schon viel über die Vorteile des Mind Mapping gelesen und gehört.
Hier möchten wir an dieser Stelle anknüpfen. Es wäre zu empfehlen, dass Sie zuvor unsere Artikel die Vorteile des Mind Mapping zu lesen. Nach der anschließenden Lektüre dieses Artikels wird Ihnen dann bewusst sein, warum Sie bei manchen Büchern große Verständnisschwierigkeiten haben und warum Sie oftmals nichts dafür können.
Unsere Kommunikation ist auf eine lineare Wiedergabe beschränkt. Aufgrund der Begrenzung von Raum und Zeit können wir anderen Personen jeweils nur ein Wort nach dem anderen mitteilen. Unser Denken läuft aber nicht in dieser Weise ab: es ist radial, assoziativ sprühend. Wir springen vom einen Thema zum nächsten, je nachdem wie unsere Gehirnzellen verknüpft sind.
Jeder Mensch ist in seinem Gehirn unterschiedlich „verkabelt". Während der eine bei dem Wort „Blatt" unmittelbar an „Papier" denkt, würde bei einem anderen vielleicht die Assoziation „Laub" oder „Klee" hervorgerufen. Bei einem Blick in das Innere unseres Gehirns fällt auch auf, dass dieses wie eine Mind Map / Visual Card in 3D organisiert ist. Beim Lesen gibt es somit in der Kommunikation zwischen Autor und Leser zwei Schnittstellen, die überwunden werden müssen. Um ein Buch zu schreiben, muss der Autor zunächst sein radiales Denken in eine lineare Form bringen. Der Leser dagegen muss den linearen Text in die radiale, assoziative Denkweise seines Gehirns umwandeln.
Überbrücken Sie die Schnittstellen
Diese Schnittstellen müssen überbrückt werden. Optimal wäre es, ein Autor würde seinen assoziativen Gedankenfluss zunächst in radialer Form in einer Mind Map / Visual Card festhalten. Aus dem radialen Denken in 3D ist man nun in den Zwischenschritt der Aufbereitung der Informationen in 2D übergegangen. Nun wird es besser gelingen, den letzten Schritt zu gehen und die Informationen in eine lineare Form in 1D zu bringen. Auf diese erste Schnittstelle hat der Leser keinen Einfluss. Auf die Rückumwandlung dagegen schon. Es ist hilfreich, sich die grobe Struktur eines Textes zunächst in einer Mind Map / Visual Card aufzubereiten. Hierbei geht es nicht um Details, sondern um den Aufbau des Textes. Auf diese Weise fällt es leichter, die Informationen in das eigene Wissensnetz einzubinden und damit dauerhaft abzuspeichern. Sie erkennen sofort, wie gut der Verfasser eines Textes gearbeitet hat. Fehler in der Struktur fallen sofort auf.
Christian Grüning hat während meines Jura-Studiums und Referendariats immer wieder juristische Lehrbücher in Mind Maps / Visual Cards umgewandelt. Zu den meisten Rechtsgebieten sind kostenlose Visual Cards (Jura Mind Maps) unter www.verlag-gruening.de erhältlich.
Dabei sind ihm die Schwachstellen eines Buches sofort aufgefallen. Häufig hätten weitere Unteräste in der Gliederung eigentlich neue Hauptäste sein müssen oder umgekehrt. Bei manchen Büchern war es wegen der ausgesprochen schlechten Struktur kaum möglich Visual Cards zu erstellen. Man musste dem Text erst eine Struktur geben. Beim linearen Lesen fallen solche Strukturfehler nicht immer auf. Dies sind auch die Stellen, an denen das Verständnis schwer fällt. Man sucht das Problem meistens bei sich. Hätte der Autor seine Gedanken zunächst in einer Mind Map / Visual Card strukturiert, würden solche Fehler kaum vorkommen. Strukturbrüche würden sofort auffallen. Aber zumindest kennen Sie nun ein „Analyse-Tool", um diese Problemstellen aufzuspüren.




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