Speed Reading Training: Steigerung des Verständnisses beim Lesen

Eine Möglichkeit, das Verständnis beim Lesen zu erhöhen, haben wir in diesem Lern-Tipps Blog von Akademie & Verlag Grüning bereits kennengelernt: das Lesen nach Bedeutungseinheiten, was als Nebeneffekt sogar zu einer vielfach höheren Lesegeschwindigkeit führt. Wir stellen Ihnen nun eine weitere Übungen vor, mit
denen Sie Ihr Verständnis beim Lesen gezielt verbessern können.

Ein verständnisvolles Lesen kann nur ein aktives Lesen sein. Das wiederrum heißt, dass Sie die 126 Bits, die Ihr Bewusstsein jede Sekunde verarbeitet, voll und ganz mit Ihrem Lesestoff ausfüllen müssen.


Auch hier orientieren wir uns an den herausragenden Lesern (und Teilnehmern von Speed Reading Weltmeisterschaften). Welche Techniken setzen diese ein, um ein phänomenales Textverständnis zu erhalten? Diese Leser verfolgen die Struktur des Textes innerlich mit. Sie registrieren die „Bewegungen" des Autors: ob dieser in seiner Gedankenführung konkreter oder abstrakter wird oder auf derselben Gedankenebene bleibt.


Beispiel: Die Strukturen eines Textes aktiv erkennen


Gerne möchten wir dies an einem Beispiel verdeutlichen. Ein Autor schreibt über „Transportmittel". Ein guter Leser würde dies bewusst als neues Hauptthema wahrnehmen und genau darauf achten, wie die Gedanken des Autors von diesem Thema ausgehend strukturiert sind.


Wenn der Autor als Nächstes von „Autos" als einer Unterform von Transportmitteln spricht, registriert ein guter Leser innerlich, dass der Autor eine Ebene konkreter geworden ist. Wenn im folgenden Satz von einem „BMW" als einem Beispiel für ein Auto die Rede ist, ist der Verfasser des Textes wieder um eine Ebene konkreter geworden. Unter Umständen wird er in der Folge um noch weitere Ebenen konkreter, wenn er von ganz bestimmten Modellen eines BMW (zum Beispiel 3er und 7er) spricht oder sogar auf Farben oder Serienausstattungen eingeht. Ist von einem „Mercedes" die Rede, stellt ein aktiver Leser bewusst fest, dass der Autor um einige Ebenen nach oben gesprungen, also abstrakter geworden ist. Unter Umständen wird er nun wieder konkreter, weil er auf die Modelle SLK und CLS eingeht und Ausstattungen näher beschreibt. Plötzlich spricht der Autor von „Flugzeugen". Er ist wieder abstrakter geworden und einige Ebenen nach oben gesprungen und hat neben „Autos" eine neue Kategorie von Transportmitteln eröffnet. Nachdem einige Marken und Modelle angesprochen wurden, springt der Autor gegebenenfalls wieder auf die oberste Ebene zurück, um nun auf dieselbe Weise von Fahrrädern zu sprechen.


Verwirrend? So lange Sie noch nicht die Fähigkeit besitzen, während des Lesens aktiv in Strukturen mitzudenken, vielleicht schon. Doch nicht mehr lange. Diese Fähigkeit, die wir eben „nachgezeichnet" haben, setzen herausragende Leser unbewusst ein. Sie verfolgen diese Strukturen automatisch, ohne darüber nachzudenken. Daher stellt sich nun wieder die Frage, wie jeder Leser diese Fähigkeit bis hin zur Stufe der unbewussten Kompetenz erlernen kann. Dazu ist erforderlich, dass Sie die Strukturen eines Textes zunächst auf einem Blatt Papier visualisieren. Es wird Ihnen auf diese Weise immer besser gelingen, die Strukturen eines Textes auch ohne diesen Umweg nur im Geiste mitzuverfolgen.


Die Struktur des obigen Textes kann man in einer Mind Map / Visual Card wiedergeben. Bei dieser Art der Aufbereitung von Informationen steht das zentrale Thema im Mittelpunkt und nicht wie bei herkömmlichen linearen Notizen oben am Rand der Seite. Denn in der Peripherie stehen eher die untergeordneten Punkte. Das Gehirn würde die zentrale Idee ebenfalls nur im Zentrum der Seite erwarten. Schon zu Zeiten der Höhlenmalerei wurden Informationen radial von einem Zentralbild ausgehend angeordnet.


Diese Technik ist so alt wie die Kulturgeschichte der Menschheit. So wurden für diese Art der Aufbereitung von Informationen auch schon die unterschiedlichsten Namen erfunden. Brain Map, Strukturkarte, Mind Mapping, usw. Für das Unternehmen Akademie & Verlag Grüning und den Autor Christian Grüning ist der Begriff Visual Card am treffendsten, da er die Bedeutung des visuellen Lernkanals herausstellt. Denn die Visualisierung der Struktur eines Textes ist der entscheidende Vorteil. Daher stellen Visual Cards das ideale Hilfsmittel auf dem Weg zum Visual Reading dar.

Lineare Aufzeichnungen sind dagegen ungeeignet, die Struktur eines Textes wiederzugeben. Wir denken nicht linear. Früher hat aufgrund der Beobachtung unserer Kommunikation angenommen.


Fertigen Sie nun eine Mind Map / Visual Card zum oben dargestellten Thema „Transportmittel" an um die Struktur einmal vor sich zu haben. Diesen Schritt werden Sie nun in Ihr Lesetraining einbinden um ein immer besseres Textverständnis zu erlangen.


Sie interessieren sich für das Thema Mind Mapping und die Vorteile gegenüber linearer Notizen? Dann empfehlen wir Ihnen unseren Artikel XY.


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