Speed Reading / Visual Reading Training: Nutzen der 3-2-1 Übung

In diesem Lerntipps-Blog Artikel haben wir das Speed Reading Training mit Hilfe der 3-2-1 Übung erläutert. An dieser Stelle würden wir Ihnen gerne die Frage „Wie nutzt die 3-2-1 Übung meiner Lesegeschwindigkeit und meinem Leseverständnis?" beantworten.

Innerhalb eines Tests fuhren Personen eine Stunde mit 180 km/h auf der Autobahn. Anschließend wurden sie gebeten, die Autobahn zu verlassen und die Geschwindigkeit auf 50 km/h zu verlangsamen. Dabei wurde das Tachometer verdeckt. Alle Testpersonen sind anschließend mit einer Geschwindigkeit zwischen 80 und 100 km/h gefahren, hatten jedoch das
Gefühl, 50 km/h zu fahren.


Der Grund dafür: ihr Gehirn hatte sich an neue Normalitäten gewöhnt. Das, was sie vorher für schnell gehalten haben, erscheint plötzlich unerträglich langsam. Sie haben die Grenzen verschoben.


Dasselbe passiert auch bei der 3-2-1 Übung. Denselben Text, den Sie in 3 Minuten lesen, lesen Sie anschließend um einiges schneller in 2 und dann in 1 Minute. Ihr Gehirn gewöhnt sich beim Lesen an höhere Geschwindigkeiten. Wenn Sie anschließend wieder mit vollem Verständnis lesen, werden Sie beim Errechnen Ihrer Lesegeschwindigkeit feststellen, dass Sie schneller geworden sind, ohne dass Sie etwas davon mitbekommen haben. Sie sind der Auffassung,
Sie lesen mit derselben Geschwindigkeit wie vorher. Denn Ihr Gehirn hat die Grenze etwas verschoben und sich an die neue Geschwindigkeit gewöhnt.


Außerhalb des Speed Reading / Visual Reading Trainings müssen Sie sich beim normalen Lesen nicht bewusst anstrengen, schneller zu lesen. Sie lesen einfach mit der Geschwindigkeit, mit der Sie sich wohl fühlen. Sie brauchen daher nie Bedenken zu haben, bei einer höheren Geschwindigkeit Verständnis einzubüßen. Denn Sie lesen immer mit der Geschwindigkeit, bei der Sie das beste Verständnis haben. Trotzdem werden Sie nach jedem Speed Reading Training schneller lesen als vorher. Ihr Verständnis wird immer mehr ansteigen, da Sie mit der Zeit Wörtergruppen aufnehmen.


Machen Sie sich noch einmal klar, dass es in der Übungsphase nicht um Verständnis, sondern um das Erreichen der Markierung, also um die Geschwindigkeit geht. Aber nur in der Übungsphase. Denn um neue Fähigkeiten hinzuzulernen, müssen Sie über Ihr derzeitiges Leseniveau hinausgehen. Nur wenn Sie Ihre Komfortzone verlassen, können im Gehirn neue Verknüpfungen erstellt werden. Diese sind für das Erlernen neuer Fähigkeiten unbedingt notwendig.


Sie müssen sich während der 3-2-1 Übung nicht bewusst darauf konzentrieren, mehrere Wörter auf einmal aufzunehmen. Umso schneller Sie Ihre Hand bewegen, umso weniger Sprünge kann das Auge pro Zeile machen. Das Gehirn wird durch diese Übung also dazu gezwungen, pro Sprung mehrere Wörter auf einmal aufzunehmen. Dabei sucht sich das Gehirn auch die bestmögliche Aufteilung. Das geschieht automatisch. Vertrauen Sie ihm.


Durch diese Übung werden Sie außerdem lernen, die Fixationszeiten zu verkürzen. Das ist die Zeit, die Ihre Augen bei jedem Sprung auf den Wörtern verharren. Ihr Auge kann Wörter in einem Bruchteil einer Sekunde wahrnehmen. Blicken Sie kurz in den Raum und Sie werden merken, dass Ihre Augen blitzschnell unglaublich viele Informationen aufnehmen. Warum sollte dies bei einfachen Wörtern anders sein?


Wenn wir etwas nicht verstehen, ist es oftmals so, dass wir dieselbe Stelle noch mal und noch mal lesen. Meistens sogar mit den Augen krampfhaft auf diese Stelle starren, als ob man diese hypnotisieren wolle. In der Hoffnung, dass sich dadurch Verständnis einstellt. Dies beruht auf einer falschen Vorstellung von der Arbeit der Augen beim Lernen. Die Augen sind einzig und allein ein Eingabegerät, das visuelle Informationen zur Verarbeitung an unser Gehirn weiterleitet. Da das Wort schon nach einem Bruchteil einer Sekunde im Gehirn angekommen ist, wird ein
weiteres Anstarren eines Wortes keinen Nutzen bringen. Lernarbeit
verrichten die Augen für uns leider nicht.

Akademie Grüning

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