Wie Sie sich den Inhalt eines Buches effektiv erschließen, Teil 1

Mit der in diesem sowie einem Folgeartikel beschriebenen Vorgehensweise, können Sie sich den Inhalt eines jeden Buches effektiv erschließen. Je nach Bedeutung des Buches werden Sie die einzelnen Schritte mehr oder weniger intensiv befolgen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen des 1. Teils.

Hier finden Sie den Lesezylus nach Grüning (Basis des Buches "Visual Reading - Garantiert schneller lesen und mehr verstehen" als Lesezyklus.pdf


1. Die Ausgangsbasis
Der Ausgangspunkt ist Ihr jeweiliges Leseziel. Stellen Sie sich folgende Fragen:

- Zu welchem Zweck lese ich dieses Buch?
- Wie bedeutend oder wichtig ist dieses Buch für mich?
- Welche Informationen möchte ich aus diesem Buch herausholen?
- In welchem Bereich möchte ich das gewonnene Wissen anwenden?


Sie können auf diese Weise ständig kontrollieren, ob Sie Ihrem Ziel
näher kommen und wann Ihr Leseziel erreicht ist.


2. Die Rahmenbedingungen
Achten Sie darauf, dass Sie sich während des Lesens in einem entspannten und konzentrierten Zustand befinden. Die Golfball Übung wird Sie dabei unterstützen (vergl. Buch „Visual Reading" Seite 133/134). Andernfalls erschweren Sie sich das Lesen und verschenken wertvolle Ressourcen.


3. Der Leseprozess
Nun beginnt die eigentliche Arbeit am Buch. Es wäre ineffektiv, auf Seite 1 zu beginnen und das Buch bis zum Ende zu lesen. Gehen Sie, zumindest bei wichtigen Büchern, in den folgenden Schritten vor.


Überblick
Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über das Buch. Wenn Sie eine fremde Stadt erkunden, eine Fahrradtour oder eine längere Reise mit dem Auto antreten, ist dieser Schritt ganz selbstverständlich. Beim Lesen leider nicht.

Bei bestimmten Büchern ist es sinnvoll, eine Einordnung in den gesamten Wissensbereich zu unternehmen. So verlieren Sie das Gesamtbild nicht aus den Augen. Entscheiden Sie anhand Ihres Leseziels, ob Ihnen das Buch diesen Schritt wert ist.

Lesen lässt sich sehr gut mit einem Puzzle vergleichen. Bei einem Puzzle würden Sie nicht das erstbeste Puzzleteil aus dem Karton nehmen und erst dann weitermachen, wenn Sie dieses Stück untergebracht haben. Sie würden zunächst einen Blick auf das Gesamtbild werfen. Was soll am Ende herauskommen? Eine Blumenwiese, eine Skyline? Diesen Schritt haben Sie bereits erledigt, indem Sie Ihr Leseziel bestimmt haben.


Als Nächstes würden Sie die vier Eckstücke heraussuchen. Gehen Sie bei einem Buch genauso vor. Wenden Sie sich nach einem Blick auf das Cover der Rückseite des Buches zu. Oftmals wird das Buch hier in knappen Worten zusammengefasst. Einen besseren Überblick können Sie nicht bekommen. Werfen Sie nun einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis. Dieses gibt Ihnen die Struktur des Buches wieder. Wenn ein wichtiges Buch vor Ihnen liegt, dann halten Sie die Struktur in einer Visual Card (Mind Map) fest. Diese sollten Sie während des Lesens in Sichtweite haben. Sie können jeden Satz des Buches in das „große Ganze" einordnen und verlieren nie den Überblick.


Überfliegen Sie anschließend das Stichwort- und das Literaturverzeichnis des Buches, um einen Eindruck von Hintergrund und Schwerpunkten des Buches zu erhalten. Im nächsten Schritt würden Sie bei einem Puzzle alle Randstücke heraussuchen. Sie geben Ihrem Puzzle dadurch den Rahmen vor. Bestimmen Sie in der gleichen Weise auch den Rahmen des Buches. An dieser Stelle bringen Sie das bereits angesprochene Scanning ins Spiel. Durch die Circling-Übung (weitere Informationen zum Circling finden Sie in diesen Artikeln: http://www.akademie-gruening.de/lernen/speed-reading/speed-reading-training-circling-ubung.html und http://www.akademie-gruening.de/lernen/speed-reading/speed-reading-training---fortsetzung-der-circling-ubung.html) haben Sie diese Leseart bereits trainiert. Es ist eine Kunst, ein Buch in 5 bis 10 Minuten so durchzugehen, dass man einen guten Überblick über den Inhalt erhält. Zwar haben Sie keine Details verinnerlicht, können aber genau sagen, wie das Buch aufgebaut ist, ob sich ein weiterer Blick in das Buch lohnt und an welchen Stellen sich interessante Informationen befinden.


Der Autor Christian Grüning ist der Meinung, dass diese Fähigkeit genauso wichtig ist wie das Lesen an sich, vielleicht sogar noch wichtiger. Die meiste Zeit ersparen Sie sich, wenn Sie sofort erkennen, dass ein Buch nicht lesenswert ist.

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