Das größte Problem beim Lernen stellt die richtige Zeiteinteilung da. Wie plane ich die Lernzeit? Wie kann ich mein Lernen optimieren? Eine kurze Einführung in die Rubrik "Lernen und Zeitmanagement" bietet dieser Artikel.
„Ich habe keine Zeit" - diesen Satz hört man nicht nur sehr häufig, man nutzt ihn auch sehr oft.
Doch jeder Mensch hat am Tag dieselben 24 Stunden oder 1440 Minuten zur Verfügung. Nur ist das Zeiterlebnis und die Zeiteinteilung bei jedem Menschen völlig unterschiedlich. Auf das Lernen bezogen kann man sagen, wenn man seine Zeit nicht im Griff hat, wird man auch sein Lernen nicht im Griff haben. Denn ein erfolgreiches Lernen setzt vor allem eine strukturierte und organisierte (Zeit-) Planung voraus.
Ehe Sie sich jedoch Ihre Lernzeit einteilen, müssen Sie erst einmal herausfinden, wie viel Zeit Ihnen überhaupt zur Verfügung steht. Von enormer Wichtigkeit ist hierbei, nicht nur die Verpflichtungen (Uni, Job, Haushalt etc.) aufzulisten, sondern auch Pausenzeiten einplanen (Freizeit, Fahrtwege, Einkaufen...)
Ziel der Zeitplanung (im Bezug auf das Lernen) ist es, Struktur in den Lernalltag zu bringen, d.h. Differenzierung zwischen Wichtigem und Unwichtigem.
Das Zeitmanagement erfordert, je nach individueller Problemstellung, unterschiedliche Pläne. So können Sie Ihr Semester planen, das Jahr oder das Studium. Aber Sie sollten auch nicht vergessen, im Kleinen zu planen: den Monat, die Woche den Tag. Eine Kombination aus Langzeitplanung, Kurzzeitplanung und Tagesplanung ist sehr effektiv.
Voraussetzungen für das richtige Zeitmanagement beim Lernen
Voraussetzung für eine erfolgreiche Zeitplanung ist, dass Sie sich ausreichend über die anstehenden Aufgaben informieren und auch, dass Sie sich den ganz alltäglichen Störungen bewusst sind (fertigen Sie hierzu ein Störungsprotokoll an). Dies erst versetzt Sie in die Lage, die notwendigen Prioritäten zu setzen, die Zeit zu planen. Bitte beachten Sie, dass Sie hierbei Puffer und auch Pause nicht übersehen und auch Ihrer Freizeit und Erholung Raum zu lassen.
Die Zeitplanung sollte immer schriftlich erfolgen - so geben Sie dieser Verbindlichkeit. Arbeiten Sie z.B. mit einem Tagebuch-Kalender, Wochen - Monats - und Jahresplaner.
Ihr Zeitplan sollte so genau wie möglich sein. Das heißt, dass ein Tages - oder Wochenplan Stundenangaben enthalten sollte, ein Jahresplan mindestens Monate, ein Monatsplan die Wochen. Wenn es Ihnen zunächst schwer fällt nach Stunden zu planen und sich genau daran zu halten, so planen Sie doch zunächst in Zeitblöcken.
Im Groben sollte geplant werden was ansteht, in feineren Details die konkrete Zeitplanung vorgenommen werden. Wichtig ist, dass Sie regelmäßig planen und Ihre Zeitpläne und Ziele mit der Realität abgleichen und den Plan ggf. natürlich anpassen um so entsprechende Erfolgserlebnisse zu erzielen und langfristig motiviert bleiben. Sie werden feststellen, dass Sie sich vor allem am Anfang überschätzen.
Natürlich sollten Sie auch nicht außer Acht lassen, dass Ihr Zeitmanagement sich Ihren individuellen Bedürfnissen anpassen muss, Ihrem Biorhythmus mit Ihren eigenen Ritualen, festen Zeiten und Abläufen.
Denken Sie bei Ihrer Zeitplanung hinsichtlich des Lernens daran, dass Sie unbedingt genügend Pausen einplanen und, dass die optimalen Lernperioden, in denen Sie tatsächlich und voll konzentriert arbeiten, 30-45 Minuten lang sind.
Sicherlich rebelliert es nun in dem einen oder anderen Leser „30-45 Minuten sind ja viel zu kurz".
Wir wagen zu behaupten dass es für jemanden, der seine Konzentration noch nicht geschult hat, am Anfang kaum möglich sein wird, seine Aufmerksamkeit volle 30 Minuten auf das Lernen zu richten, ohne dabei abzuschweifen.
Natürlich können Sie sich 30 Minuten oder länger mit einem Fachbuch auseinander setzen. Nur werden Verstehen und Erinnerung nicht während der vollen 30 Minuten im Gleichlauf sein.
Bei einer kurzen Lernperiode geht es aber genau hierum: Seine Konzentration für die gesamte Länge der Lerneinheit vollkommen auf die Lerninhalte zu richten.
Außerdem gehen Sie leichter und motivierter an das Lernen wenn Sie wissen, dass bereits in 30 Minuten eine kurze Pause ansteht, auch wenn diese nur wenige Minuten kurz ist.
Kleinigkeiten, die Sie sonst zwischendurch und nebenbei erledigen würden, können Sie nun beruhigt auf die Pausen verschieben.
Es bietet sich auch an solche Kleinigkeiten auf einen Zettel zu schreiben, sobald Sie Ihnen in den Sinn kommen, so haben Sie den Kopf frei. In größeren Pausen können Sie dann „gesammelte Werke" abarbeiten.
Die langjährige Erfahrung der Akademie Grüning hat gezeigt, dass es einigen Seminarteilnehmern (Seminar „Garantiert erfolgreich lernen" und Seminar „Speed Reading - Visual Reading") hilft, wenn Sie sich die Abfolge von Lernperioden und Pausen in einem Plan festhalten. Wenn Sie sich über einen längeren Zeitraum auf eine Prüfung vorbereiten, ist es hilfreich, für die Lerntage ein Gerüst zu haben, ohne dass Sie sich minutiös daran halten müssten.
Einen möglichen Lernplan stellen wir Ihnen hier kostenlos zur Verfügung (Quelle: Buch „Garantiert erfolgreich lernen - Wie Sie Ihre Lese- und Lernfähigkeit steigern).
Hierbei handelt es sich um einen sehr ehrgeizigen Plan, der nur sinnvoll ist, wenn Sie auf ein Examen oder eine ähnlich große Prüfung lernen. Bei weniger Lernstoff passen Sie den Lernplan entsprechend an und planen weniger Lerneinheiten ein.
Wenn Sie für Ihren Beruf lernen, gestaltet sich Ihre Planung völlig anders, denn Sie werden über den Tag gesehen viele verschiedene Dinge zu tun haben und sich nicht ausschließlich auf das Lernen konzentrieren können. Es geht dann darum, einzelne Lernblöcke in Ihre Tagesplanung einzubauen.
Auch, wenn Sie den ganzen Tag für das Lernen vorgesehen haben, werden Sie sich nicht genau an die Vorgaben des Lernplans halten. Es geht vielmehr darum, da dahinter stehende Prinzip verstanden zu haben. So werden Sie nicht genau nach 30 oder 45 Minuten aufhören zu lesen, wenn Sie nach weiteren 2 Seiten das Kapitel beendet hätten. Diese würden Sie natürlich noch abschließen. Auch müssen Sie diese kurze Zeitspanne auch nur dann einhalten, wenn es Ihnen um das Abspeichern geht.
Sehen Sie den Lernplan daher als Orientierung. Andernfalls werden Sie nicht konzentriert lerne und arbeiten, haben dadurch weniger Freizeit und können diese vor allem auch nicht so genießen weil Sie das schlechte Gewissen haben eigentlich noch mehr tun zu müssen.



